Wer dauerhaft mit seiner Website gut ranken möchte, muss den eigenen Auftritt fortlaufend optimieren. Dabei gibt es viele Ansatzpunkte. In diesem Artikel zeigt Digitalarchitekt und OFK Marketing-Keynotespeaker Patrick Klingberg 7 Tipps für zeitgemäßen und zukunftsfähigen Content für Ihre Website auf.

De Facto: Warum es wichtig ist, zukunftsfähigen Content auf der Website zu haben

Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren gelernt, dass sie qualitative Inhalte auf ihrer Website brauchen, damit sie im Internet gefunden werden. Mit Inhalten lässt sich im Idealfall verkaufen, mindestens aber sehr gut auf sich aufmerksam machen. Daher ist es umso wichtiger, eine zeitgemäße und auch zukunftsfähige Website aufzubauen und den Content dementsprechend anzupassen.

Mit den neuen Technologien erwarten die Digital Natives, dass Websites sich dementsprechend weiterentwickeln. Denn die Art und Weise, wie Nutzer nach Informationen suchen, verändert sich. Digitale Sprachassistenten sind da ein gutes Beispiel. Mit Google Voice Search, Alexa und Siri suchen Nutzer heute mithilfe der Stimme nach Öffnungszeiten, Produkten oder Informationen. Darauf sollten der Content und die Seite optimiert werden.

In der heutigen Zeit wird erwartet, immer schneller und unkomplizierter an Informationen zu gelangen. Dabei ist es wichtig, dass diese Informationen von den eigenen Websites stammen. Deshalb sollte jedes Unternehmen seine Website zum Herzstück der gesamten Strategie erklären.

 

Patrick Klingberg, digitaler Architekt

 

7 Tipps damit Ihr Content gesehen wird
Tipp 1: Don’t make me think: die passende Wort-Bild-Sprache

Innerhalb von drei Sekunden sollten Nutzer basierend auf einer in sich konsistenten Wort-Bild-Sprache erkennen, was die Website zu bieten hat.

Um das Angebot an Produkten oder Dienstleistungen verständlich zu präsentieren und gleichzeitig für Vertrauen der Besucher zu sorgen, sollte Ihre Website oder Landingpage eine passende Bilderwelt abbilden, sowie klare Botschaften zu Ihrem Angebot senden.

Die Nutzer sollten pro Dokument auf der Website immer nur einen Call-To-Action (CTA) geboten bekommen. Mit anderen Worten: Die Website sollte nur eine überzeugende Aufforderung zum Handeln zur Verfügung stellen. Daher gilt es, die CTAs von Ihren Corporate-Identity-Farben abzuheben. So wird verhindert, dass sie untergehen.

Der Slogan Don’t make me think kann Ihnen dabei helfen, aus Kundensicht zu denken. Denn nicht nur eine verständliche Handlungsaufforderung, sondern auch eine kurze, präzise Erläuterung Ihrer Angebote sollte gegeben sein – und das in Wort und Bild.

Setzen Sie A/B-Tests auf, um herauszufinden, welche CTA-Beschriftungen besser bei Ihren Website-Besuchern ankommen. Mit solchen Tests messen Sie die Performance der Website. Dabei zeigen Sie Gruppe A eine Seite mit einem bestimmten Design an, während Gruppe B die gleiche Website mit einem anderen Design sieht.

Tipp 2: Mobile first: das responsive Design nutzen

Google empfiehlt, jedes Dokument gemäß der Endgeräte-Nutzung automatisch responsiv anzupassen. Dies spielt einerseits eine wichtige Rolle für das bestmögliche Nutzer-Erlebnis. Andererseits halten oder verbessern Sie Ihre Position im Ranking, denn Googles Mobile First Index hat Priorität vor der Desktop-Indexierung.

Ziel ist es, eine optimale User Experience (UX) zu schaffen.

Rufen Sie Ihre Website über Ihr Smartphone auf und schauen Sie sich an, welcher Content responsiv optimiert werden sollte. Eine konsistente Gestaltung ist ein Muss. Diese sollte sich durch alle Pixel-Auflösungen ziehen und so ein einheitliches Erscheinungsbild mit hohem Wiedererkennungswert erzeugen.

Da die verschiedenen Content-Elemente meist aufgrund der unterschiedlichen Darstellungsgrößen der Geräte nicht immer gleichbleibend positioniert werden können, sollten Sie darauf achten, dass die Farbwelten immer gleichbleiben.

Auch die Gestaltung der Navigation ist ein wichtiger Punkt. Diese meistert man beispielsweise mit Menüs. Dabei gibt es für die Präsentation des Contents mehrere Optionen:

  • Menüs, die über Schaltflächen eingeblendet werden
  • Menüs, mit nebeneinander angeordneten Navigationspunkten
  • Dropdown-Menüs
  • Reduzierte Menüs
Tipp 3: Schnelle Ladezeiten: die Seitengeschwindigkeit optimieren

Um eine zukunftsfähige Website zu gewährleisten, sollte diese so schnell wie möglich laden. In einer Studie von Google wird ersichtlich, dass die Absprungrate bei einer Ladezeit von einer auf zehn Sekunden um 123 Prozent ansteigt. Im Vergleich dazu erhöht sich die Absprungrate von einer auf drei Sekunden Ladezeit nur um 32 Prozent.

Demnach haben schon wenige Sekunden einen signifikanten Einfluss auf das Nutzerverhalten. Deshalb ist dieser Faktor auch aus SEO-Sicht wichtig. Seit Juli 2018 zieht Google die Ladezeit als Ranking-Faktor für mobile URLs heran.

Finden Sie heraus, wie schnell Ihre Website wirklich lädt. Dafür können Sie Ihre Pagespeed Insights nutzen. Sie sollten Elemente prüfen, die zu langen Ladezeiten führen. Dies können beispielweise zu große Bilder und Grafiken sein, die Sie komprimieren können. Dafür eignen sich besonders professionelle Tools, wie Tiny.png oder Kraken.io.

Tipp 4: Content-Management- und Shop-System: die Wahl der richtigen Software

Das für Sie passende Content-Management-System (CMS) auszuwählen, hängt von vielen Faktoren ab. Zu diesen Faktoren zählen:

  • die Größe des Unternehmenns
  • die Art der Produkte oder Dienstleistungen, die Sie anbieten
  • das Budget

Achten Sie auf sprechende URLs. Das heißt, dass URLs in lesbaren Worten und nicht in komplizierten Zahlenfolgen oder Sonderzeichen dargestellt werden. Das richtige Shop-System kann Ihnen die Optimierung von Meta-Daten erleichtern.

Intelligente Erweiterungen überprüfen auch textliche Inhalte anhand von SEO-Kriterien. Dazu prüft das System zum Beispiel Keywords und die Struktur des Textes. Social Media Icons lassen sich mit dem richtigen CMS ebenfalls problemlos einfügen.

Tipp 5: Einfach, schnell und intuitiv: eine klare Seitenstruktur ermöglichen

Beim ersten Besuch auf einer Website entscheidet häufig die Optik und Struktur darüber, ob Nutzer bleiben oder sie direkt wieder verlassen. Die Navigation ist ausschlaggebend dafür, dass Nutzer gewünschte Informationen schnellstmöglich finden.

Je mehr Informationen auf einer Website abgebildet werden müssen, desto höher werden die Ansprüche an die Seitenstruktur und die Navigation. Seitenbesucher müssen einfach, schnell und intuitiv an den Ort der Seite gelangen, an dem ihre Intention befriedigt wird.

Darüber hinaus müssen auch Suchmaschinen verstehen, welches Dokument auf einer Website für die Erfüllung der Suchintention relevant ist.

Achten Sie darauf, dass die wichtigsten Kategorien mit zwei Klicks und die tiefsten Ebenen der Website weniger als vier Klicks erreichbar sind. So minimieren Sie die Absprungrate der Nutzer.

Tipp 6: Erst die Basis, dann die Trends: aktuelle Entwicklungen beachten

Unter der Berücksichtigung der bisher genannten Tipps, ist eine Basis für die Sichtbarkeit Ihrer Website und somit Ihres Contents geschaffen. Jedoch sollten Sie auch die digitalen Marketing-Trends jederzeit im Auge behalten.

Chatbots basieren auf künstlicher Intelligenz (KI) und sind automatisierte Echtzeit-Technologien, die es erlauben, 24 Stunden am Tag Kundenfragen rund um das Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen zu beantworten. Wer von Ihnen einen exzellenten Kundenservice anbieten möchte, sollte sich mit dieser Thematik genauer befassen.

Auch Voice Search gewann in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung. Denken Sie an Google Voice Search, Alexa und Siri. Sie können dem Nutzer viel Aufwand beim Recherchieren ersparen und sorgen für Barrierefreiheit.

Führen Sie eine Wettbewerbsanalyse durch, um herauszufinden, welche Entwicklungen in Ihrer Branche und Ihre Mittbewerber bereits nutzen. Überlegen Sie sich dabei, ob für Ihre Website und Ihren Content Features wie Chatbots und Voice Search sinnvoll erscheinen.

Tipp 7: Aktualisieren statt komplett neu kreieren: die Onpage-Optimierung

Ein wichtiger Rankingfaktor für den Content ist die Aktualität von jenem. Anstatt ständig neue Dokumente auf Ihrer Website zu schaffen, sollten Sie bestehende Dokumente pflegen. Das heißt: Erweitern und aktualisieren Sie diese regelmäßig. Dabei geht es nicht um marginale Textkorrekturen oder das Verändern des Datumstempels.

Sorgen Sie für neuen Content beispielsweise durch das Verfassen weiterer, thematisch passender Inhalte, die Sie anschließend auch verlinken können. Auch das Ergänzen vorhandener Seiten um aktuelle Themen oder neue Leistungen ist sinnvoll.

Greifen Sie bei der Erstellung von Inhalten auf einen interessanten Content-Mix (Text, Bilder und Videos) zurück, der das Erfassen der Informationen für den Nutzer möglichst einfach macht. Eine clevere visuelle Aufbereitung Ihres Contents macht diesen besser greifbar, sodass Ihre Seitenbesucher nicht so schnell das Interesse verlieren.

Ein absolutes No-Go sind langweilige Textwüsten, die nicht zum Lesen animieren. Formulieren Sie stattdessen kurze, prägnante Textpassagen, die Sie durch Hervorhebungen (Fettungen, Aufzählungen, Zwischenüberschriften) und Bild- oder Videomaterial zusätzlich auflockern. Das sorgt für eine bessere Scanbarkeit Ihrer Inhalte.

Fazit: Wechsel der Perspektive

Eine Zeitgemäße und zukunftsfähige Website inklusive dementsprechenden Content funktioniert nur mit einer sinnvollen Strategie dahinter. Ohne Strategie wird es kaum Erfolge zu verzeichnen geben, denn ohne eine gute Platzierung der Inhalte, kann sie auch niemand lesen.

Schauen Sie auf Ihrer Website regelmäßig nach Optimierungspotenzialen und setzen Sie diese um. Wechseln aus der Unternehmensperspektive in die Nutzerperspektive und fragen Sie sich, was sie selbst von Ihrer Website erwarten würden. So können Sie eine gute Grundlage schaffen, um mit Ihrem Content gesehen zu werden.

Noch ein Tipp: Patrick Klingberg live bei der Online Fokus Konferenz MARKETING

Besuchen Sie am 26. November 2020 die Online Fokus Konferenz MARKETING und erleben Sie Patrick Klingberg ab 9 Uhr live mit seiner Keynote: „Context is Queen! (Inhalte, die gefunden werden, begeistern und verkaufen.)

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Autor: Tanja Grünwald

Bildquellen: Patrick Klingberg / Artaxo