Das Corona-Jahr 2020 hat uns gezeigt, dass soziale Kontakte und das Vernetzen untereinander wichtiger denn je sind. Durch das Defizit im sozialen Austausch hat sich die Kommunikation ins Netz verlagert – wir haben uns digital getroffen. Der Digitalisierungsdruck in Unternehmen ist grösser und digitale Messenger-Kommunikation und Kollaborationstools gewinnen an Bedeutung. Aber auch in der privaten Kommunikation zeigt sich eine Verschiebung ins Digitale. So gewinnt in dieser Zeit besonders die Audio-Only-Plattform Clubhouse stark an Popularität. Doch nicht nur wir Menschen sind soziale Wesen, die den Austausch untereinander suchen. Auch Brands mit ihren Werbeinhalten können sich im digitalen Bereich, besonders im Social Media Netzwerk, einen «Kommunikationspartner» suchen und sich sein Netzwerk zu Nutze machen.

Eine (Social Media) Strategie zur Vernetzung von verschiedenen Marken ist Cross-Promotion.

 

Was ist Cross-Promotion?

Cross-Promotion meint das Vernetzen von verschiedenen Marken mit einer ähnlichen Zielgruppe. Dabei sind die Botschaften individualisiert auf den Medienkanal sowie die dort zu findende Zielgruppe. Ein Beispiel für Cross-Promotion ist das klassische Influencer Marketing.

Cross-Promotion ist dabei nicht zu verwechseln mit Cross-Posting. Beim Cross-Posting wird ein und dieselbe Nachricht auf mehreren Social Media Kanälen publiziert, ohne dass sie auf den Kanal oder die Zielgruppe angepasst wird. Somit sind beim Cross-Posting die Botschaften nicht individualisiert. Mit Cross-Posting lassen sich zwar Inhalte schnell und einfach auf mehreren Kanälen zugleich teilen, Cross-Promotion erhöht allerdings die Chance eine echte Verbindung zur individuellen Userbasis jeder Plattform und der Marke herzustellen.

 

Beispiel für Cross-Promotion

Ein Beispiel für angewandte Cross-Promotion zeigt das Qualitätszeichen für Schweizer Spezialitäten AOP-IGP. Die Schweizerische Vereinigung AOP-IGP, wie sie sich korrekt nennt, schützt und fördert bisher 39 verschiedene Produkte, die alle das AOP- oder IGP-Qualitätszeichen tragen. Somit ist der Brand immer marken-gebunden. Verschiedene Marken wie zum Beispiel Tête de Moine AOP, Le Gruyère AOP oder die St. Galler Bratwurst IGP haben eine eigene Brand-ID, tragen aber auch die Werte von AOP-IGP mit. Die heterogenen Zielgruppen der verschiedenen AOP-IGP-Produkte haben somit auch unterschiedliche Erwartungen an die Inhalte, so auch beispielsweise an die Social Media Inhalte. Diese Marken-Verbindung eignet sich deshalb ideal für Cross-Promotion.

Quelle: www.aop-igp.ch

Aktivierung eines AOP-IGP-Netzwerks: das digitale Dorf

Durch die Koordination der Botschaften der verschiedenen AOP-IGP-Produkte, die regelmässige Publikation auf den Social Media Kanälen der verschiedenen Marken und auf dem AOP-IGP Social Media Netzwerk selbst, konnten durch die stetige Markenverlinkung Synergien geschaffen werden. Da sich die Inhalte konsequent an den Interessen der heterogenen Zielgruppen orientieren, wird die Relevanz und damit das Engagement für die Marken gesteigert. Die Communities einzelner AOP-IGP-Produkte beteiligen sich aktiv. Somit wird durch die Anwendung von Cross-Promotion für das Qualitätszeichen AOP-IGP die Brand Awareness erhöht und es entsteht ein digitales Dorf, nämlich die Vernetzung aller AOP-IGP-Produkte mit dem Qualitätszeichen selbst.

 

Noch nicht überzeugt, Cross-Promotion anzuwenden? Hier nochmals die Zusammenfassung:

  1. Den richtigen Kooperationspartner finden: Marken in Betracht ziehen, die sich nicht konkurrenzieren, sondern sich ergänzen.
  2. Ähnliche Zielgruppe ansprechen: Produkt oder Dienstleistung des Kooperationspartners muss einen Nutzen für die Zielgruppe schaffen.
  3. Eine weitere Strategie für Reichweiten: Cross-Promotion mit grösseren Marken als die eigene, ermöglicht eine Erweiterung der Marktreichweite des eigenen Produkts oder der eigenen Dienstleistung.
  4. Nicht nur für Social Media: Cross-Promotion ist auch anwendbar für E-Mail-Marketing, Webinars, Messeauftritt und Events oder Sampling Aktionen.

 

Autorin: Dagmara Garner

Dagmara Garner (M.A. an der UZH in Kommunikationswissenschaft und Medienforschung) ist Consultant für Social Media Marketing bei der Werbeagentur OPENROOM in Zürich. Zuvor wirkte sie als Marketing Specialist bei einem Zürcher Start Up mit und war verantwortlich für die Entwicklung des Brands und die (Social Media)-Kampagnen.

 

Quellen:

https://blog.hootsuite.com/de/social-media-know-cross-promotion/

https://sendpulse.com/support/glossary/cross-promotion

https://www.aop-igp.ch/home